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REISEBERICHTE
Reiseberichte.

"Segeln macht freier"
Die klingenden Masten, das Knistern im Wasser, das gurgelnde oder platschende Geräusch, wenn es als Welle an den Schiffsbauch schlägt, knarrende Seile, das Brummen des Motors, das Knattern der Wasserpumpe, das Quietschen der Klopumpen und des Beiboots, wenn es am Rumpf des Schiffes schabt...
Das ist Musik in meinen Ohren, ein Lied das von Imagon und ihrer Crew handelt und jeden Tag aufs Neue komponiert wird.Für ein paar Tage (8.-19.10.2005) durfte ich Teil dieser Crew sein, die mich wie ein neues Familienmitglied aufnahm und mich so zu einem Teil einer wunderbaren Gemeinschaft werden ließ.

Neue Leute kennen lernen heißt auch, das andere mich kennen lernen – ohne Vorurteile. Es ist ein großes Geschenk für mich, wenn ich so sein kann, wie ich bin und auch so akzeptiert werde. Auf einem engen Schiff lernt man sich unter Umständen sehr gut kennen, muss vielleicht auch manchmal alte Gewohnheiten umdenken, damit ein gemeinsames Leben an Bord gut funktioniert. Doch damit hatte ich keine Probleme und ich fand auch die Grundstimmung an Bord, war eine sehr angenehme und harmonische.

Was ich interessant finde ist, dass wenn die Wohnräume enger werden, die Denkräume größer werden. Okay, darüber ein anderesmal...

Was ich eigentlich sagen wollte: Es war eine wunderbare, ereignisreiche Zeit, die ich mit euch verbracht habe. Das Segeln hat mir frischen Wind gebracht und das Wetter hat den Rest dazugetan, dass es sehr schön war, ich komme wieder ;-)

Das geheime Logbuch
Das geheime Logbuch des M. S. Odojewski
entstanden auf der Klassenfahrt einer 12. Klasse im Juni 2004

So. 13. 6.
15 Grad und Regen. So stellt man sich Italien im Frühsommer wirklich nicht vor.
Nun am Hafen angekommen verteilten wir Landratten uns auf zwei Schiffe. Zuerst bekamen wir eine Einweisung. „Mann über Bord“ sollten wir nur im Notfall rufen, denn wenn die Skipper das hören, legen sie eine nie dagewesene Aktivität an den Tag. Des Weiteren müssen kleine Kinder bei Sturm angebunden werden. Und von Skipper Julian erfuhren wir: Unten wird man seekränker als oben.

Mo. 14. 6.
Neuer Kurs: 130 Grad! Hart am Wind segelten wir an der italienischen Küste südwärts. Wir durften das Steuer übernehmen, und so wurde ich bei Windstärke 7 für 3 Stunden Steuermann. Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt’s einen, der die Sache regelt. Und der heißt Skipper. In meinem Fall war es, um genau zu sein, eine Skipperin.

Mi. 22. 6.
Als sich der Mast das erste Mal um mehr als 45 Grad neigte, meinte ich, dass wir im nächsten Augenblick kentern werden. Zu meiner Verwunderung geschah das nicht. Ich habe wohl die Macht des Kiels unterschätz. Der Kiel ist wie eine stromlinienförmige Flosse, die schwer genug ist um zu verhindern, dass ein 17 Tonnen schweres Schiff, das unter Segeln vom Wind ohne Kiel einfach umgeblasen würde, umkippt. Auch wenn eine Seite des Decks im Wasser ist und die andere 2 Meter über dem Meer schwebt.
Ein Schiff muss Tiefgang haben, sonst wird es von der kleinsten Böe umgeblasen. Es sind ungeheure Kräfte, die auf das Schiff einwirken: zwei Elemente. Der Wind, der das Schiff in die Schräglage drückt und der Kiel der das Kippen ausgleicht. Und je mehr sich das Schiff neigt, desto mehr kann der Kiel ausgleichen. Und das Wasser, das mit seinen Strömungen und Wellen mit dem Schiff spielt. Und dieser unberechenbaren ständigen Bewegung kann man nicht durch Unbeweglichkeit und Verkrampftheit, sondern durch eigene ausgleichende Steuerbewegungen begegnen. Man kann seinen Weg in der Bewegung nur gehen, indem man sich selber bewegt. Und manchmal geht es einfach nicht. Du musst selber flexibel bleiben, um dieser Bewegung begegnen zu können. Beide Elemente wirken mit solcher Kraft, dass sich das Schiff so stark zur Seite neigt, dass Wasser in die Segel läuft, wenn man zu viel Segel gehisst hat.
Ich spürte deutlich die Unabhängigkeit – auf dem Schiff ist man selbstständig und sieht manchmal bis zum Horizont nur Wasser. Das ist in Stuttgart anders, denn wenn man den Horizont sucht landet der Blick auf einer Werbetafel oder man sieht vielleicht einen Kilometer bis zum nächsten Berg. Das ist eben kein Vergleich zu den endlosen Weiten des Meeres. Aber auch die Abhängigkeit erlebten wir täglich aufs neue. Strom und Trinkwasser sind nur zwei Beispiele für das, was man sich einteilen muss. Alltägliche Dinge bekommen auf einmal einen besonderen Wert, da sie seltener werden.
Man kann auch nicht einfach sagen: ich hab jetzt keine Lust auf Sturm, lass uns wo anders hinfahren. Genau so wenig kann man auf einem Schiff einfach vor Konflikten davonlaufen. Man kann sich vielleicht in der Kajüte verstecken, alles in sich hineinfressen, aber die extreme Enge erfordert, dass man sich der Herauforderung stellt.

Do. 23. 6.
Letzter Tag unserer Reise. Das Leben ist hart, aber grausam, wie Stefan richtig bemerkte. Und die homerische Lebensweisheit: „Der Weg ist das Ziel“ hat eine neue, tiefere Bedeutung bekommen.

Danach:
Man möge mir verzeihen, dass ich den Aspekt der Stärkung der Klassengemeinschaft nicht deutlicher herausgearbeitet habe. Nur soviel: Obwohl ich es während der Fahrt nicht direkt bemerkt habe ist mir im nachhinein klar geworden: Die Klasse ist zusammengewachsen...

Was mir am Segeln so gefällt
Das segeln bringt mich in eine andere Atmosphäre. In eine andere Denkweise, in ein offeneres Denken und Reden. Ich komme mit meinen Gedanken besser zurecht und bin den Leuten gegenüber offener und entgegenkommender.
Ich liebe es, wie sich das Schiff im Wasser bewegt, wie der Wind in mein Gesicht weht (das fast immer der Fall ist). Das gemeinsame essen und manchmal auch das Kochen. Man fühlt sich wie in einer großen Familie, auch wenn man am Anfang die Menschen noch nicht kennt.
Wenn starker Wind weht, ist die Schräglage einfach ein Traum. Am Abend das gemeinsame singen, reden und zuhören ist einfach toll und erschafft eine noch größere Verbundenheit zwischen allen, die sich diesem Beisammensein, den Gefühlen den Berührungen und das Schweben in einer anderen Ebene hingeben. Dabei darf man dass tägliche Schaukeln der Schiffe nicht vergessen, dass wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, einfach dazu gehört und ein zweites Zuhause bildet.

Ich persönlich kann beim Segeln einfach mal abschalten, mich den verschiedenen Atmosphären, Ebenen und Gefühlen hingeben, ohne groß Nachdenken zu müssen.
Dann ist es auch noch wunderschön, dass es nicht wirklich Musik gibt, außer den Wellen, die immer an das Schiff schlagen, einen abends in den Schlaf schaukeln und dabei ein ganz besonderes Geräusch von sich geben.

Das schlafen unter freiem Himmel ist sehr schön.

Es ist auch toll, dass man auf dem Schiff so sein kann, wie man wirklich ist. Jeder respektiert jeden. Man lernt auch mal die „ungeschminkten“ Seiten des Menschen kennen. In der Früh die verschlafenen Gesichter, zerzausten Haare. Es ist einem nicht peinlich, dass man so ist wie man ist.

Das was mich einfach am meisten fasziniert ist die Tatsache, dass man sich einfach wie in einer Familie ohne Eltern vorkommt. Wenn man sich öfters unterhalten hat, waren es zum Teil kurze aber tolle Gespräche. Man hat auch viel mit den Augen und den Gesten (Bewegungen) gesprochen. Irgendwie hat man sich immer verstanden. Wenn man genervt war, hat man sich kurz mal woanders hingesetzt, bis es wieder in Ordnung war.

 
       
     
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